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Freigang sicher beginnen: Vorbereitung, erster Ausflug und Katzenklappe

Kastration, Impfungen, Chip und Registrierung zuerst: wie du den ersten Freigang Schritt für Schritt gestaltest und welche Katzenklappe die richtige ist.

Für viele Katzen ist der Freigang das größte Glück: Sonne auf dem Fell, Mäuse im Gras, Bäume zum Klettern, ein Revier voller Gerüche und Geschichten. Freigänger bewegen sich mehr, sind seltener gelangweilt und können ihr natürliches Verhalten ausleben. Gleichzeitig ist die Welt draußen nicht ungefährlich: Straßenverkehr, Revierkämpfe, Krankheiten, Parasiten, Gifte und manchmal auch Menschen, die Katzen nicht wohlgesonnen sind.

Ob Freigang für deine Katze infrage kommt, hängt von deiner Wohnlage, vom Alter und der Gesundheit der Katze und von ihrem Charakter ab. Wenn du dich dafür entscheidest, ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Dieser Ratgeber zeigt, wie du sie Schritt für Schritt gestaltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor dem ersten Freigang: Kastration, Impfungen einschließlich Tollwut, Mikrochip und Registrierung bei einem Haustierregister.
  • Eine neu eingezogene Katze bleibt mindestens vier bis sechs Wochen drinnen, damit sie ihr Zuhause als sicheren Ort kennt.
  • Die ersten Ausflüge sind kurz, bei Tageslicht und kurz vor einer Mahlzeit.
  • Nachts sollten Freigänger möglichst im Haus sein.
  • Eine Katzenklappe mit Chiperkennung hält fremde Katzen draußen.

Ist Freigang die richtige Wahl?

Freigang eignet sich gut für Katzen, die in ruhigen Wohngegenden mit wenig Verkehr, Gärten und Grünflächen leben. An viel befahrenen Straßen, in dicht bebauten Innenstädten oder in hohen Stockwerken ohne direkten Zugang nach draußen ist das Risiko deutlich höher. Für solche Lagen sind ein gesicherter Balkon oder ein Gehege oft die bessere Lösung.

Auch die Katze selbst spielt eine Rolle. Sehr ängstliche Katzen, Katzen mit eingeschränktem Seh- oder Hörvermögen, chronisch kranke und sehr alte Tiere sind draußen gefährdeter. Katzen, die positiv auf FIV oder FeLV getestet wurden, sollten in der Regel keinen Freigang haben, um andere Katzen nicht anzustecken.

Die Voraussetzungen

Kastration

Freigänger müssen kastriert sein. Unkastrierte Katzen tragen zur Vermehrung herrenloser Katzen bei, unkastrierte Kater streunen weit, kämpfen und verletzen sich. Viele Städte und Gemeinden schreiben die Kastration von Freigängern ausdrücklich vor.

Impfungen

Neben dem Grundschutz gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche sollte ein Freigänger gegen Tollwut geimpft sein. Eine Impfung gegen Leukose wird für Katzen mit Kontakt zu anderen Katzen häufig empfohlen, nach vorherigem Test. Besprich den Impfplan mit deiner Tierarztpraxis.

Mikrochip und Registrierung

Ein Mikrochip, der unter die Haut gesetzt wird, ermöglicht es, eine gefundene Katze ihren Menschen zuzuordnen. Das funktioniert aber nur, wenn der Chip bei einem Haustierregister registriert ist, etwa bei TASSO oder FINDEFIX. Prüfe nach dem Einsetzen, ob die Registrierung abgeschlossen ist, und halte deine Kontaktdaten aktuell, auch nach einem Umzug.

Parasitenschutz

Freigänger haben häufiger Würmer, Flöhe und Zecken. Plane mit deiner Tierarztpraxis eine regelmäßige Entwurmung oder Kotuntersuchung und einen geeigneten Schutz gegen Flöhe und Zecken ein.

Das richtige Alter

Kätzchen sollten frühestens mit etwa sechs Monaten nach draußen, wenn sie kastriert, vollständig geimpft und körperlich geschickt genug sind. Sehr junge Katzen unterschätzen Gefahren wie Autos und Hunde.

Erst ankommen, dann hinaus

Eine Katze, die neu bei dir eingezogen ist, muss ihr neues Zuhause zuerst als ihr Revier und ihren sicheren Rückzugsort kennenlernen. Lässt man sie zu früh hinaus, versucht sie womöglich, in ihr altes Revier zurückzukehren, oder findet nicht nach Hause.

Als Faustregel gilt: mindestens vier bis sechs Wochen drinnen bleiben, bei unsicheren Katzen auch länger. Woran du erkennst, dass deine Katze bereit ist: Sie bewegt sich entspannt in der ganzen Wohnung, schläft an offenen Orten, kommt, wenn du sie rufst, und frisst zuverlässig zu festen Zeiten.

Der erste Ausflug

Bereite die ersten Ausflüge gut vor:

  1. Den richtigen Zeitpunkt wählen: bei Tageslicht, bei ruhigem Wetter, zu einer Zeit, in der wenig Verkehr ist und keine Feuerwerke oder Bauarbeiten stören, zum Beispiel an einem ruhigen Vormittag am Wochenende.
  2. Kurz vor dem Essen: Lass deine Katze etwas hungrig hinaus. Dann ist sie motiviert, zurückzukommen, wenn du sie zur Mahlzeit rufst.
  3. Rufen üben: Trainiere schon vorher in der Wohnung, dass deine Katze auf ein bestimmtes Geräusch kommt, etwa das Rascheln einer Futtertüte oder einen Pfiff, und belohne sie dafür.
  4. Begleiten: Geh beim ersten Mal mit hinaus, setz dich in den Garten oder auf die Treppe und lass die Katze in ihrem Tempo erkunden. Trag sie nicht weit weg, sondern lass sie selbst losgehen.
  5. Kurz halten: Die ersten Ausflüge dauern nur zehn bis zwanzig Minuten. Ruf die Katze dann herein und belohne sie mit Futter.
  6. Langsam steigern: Verlängere die Zeit über Tage und Wochen. Viele Katzen erkunden ihr Revier ohnehin zunächst vorsichtig und kehren oft zurück.

Manche Halterinnen und Halter gewöhnen ihre Katze vor dem ersten freien Ausflug an ein Geschirr und gehen einige Male gemeinsam in den Garten. Das kann helfen, ist aber nicht für jede Katze geeignet. Lass eine Katze niemals angeleint unbeaufsichtigt, sie kann sich verfangen.

Die Katzenklappe

Eine Katzenklappe gibt deiner Katze Freiheit, wann sie kommen und gehen möchte. Es gibt verschiedene Modelle:

ArtVorteileNachteile
einfache Klappegünstig, einfachfremde Katzen und andere Tiere können hereinkommen
Klappe mit Magnet am Halsbandnur Katzen mit passendem Magnet kommen hereinHalsband nötig, Magnet kann verloren gehen
Klappe mit Chiperkennungerkennt den Mikrochip der eigenen Katze, kein Halsband nötigteurer, braucht Batterien

Am sichersten ist eine Klappe mit Chiperkennung. Viele Modelle lassen sich so einstellen, dass die Katze nur hinein, aber nicht hinaus kann, etwa nachts. Gewöhne deine Katze in Ruhe an die Klappe: zuerst offen festgestellt, dann mit Futter auf der anderen Seite, dann mit leicht angehobener Klappe.

Halsband: ja oder nein?

Halsbänder können sich an Ästen oder Zäunen verhaken, und eine Katze kann sich damit strangulieren oder ein Bein hindurchstecken und sich verletzen. Wenn du ein Halsband verwendest, dann nur eines mit Sicherheitsverschluss, der sich bei Zug öffnet. Für die Identifikation ist ein registrierter Mikrochip zuverlässiger.

GPS-Tracker am Halsband können helfen, das Revier der Katze kennenzulernen oder eine verschwundene Katze zu finden. Achte auf ein leichtes Modell und ein Halsband mit Sicherheitsverschluss.

Sicherheit im Alltag

  • Nachts drinnen: In der Dunkelheit ist das Risiko durch Straßenverkehr und Revierkämpfe höher. Viele Halterinnen und Halter holen ihre Freigänger deshalb abends herein, etwa mit einer festen Abendmahlzeit.
  • Silvester und laute Feste: An Tagen mit Feuerwerk sollte die Katze drinnen bleiben.
  • Gartengifte: Schneckenkorn, Rattengift, Unkrautvernichter und Frostschutzmittel sind für Katzen gefährlich. Sprich mit deinen Nachbarn, wenn du solche Gefahren bemerkst.
  • Garagen und Gartenhäuser: Katzen werden manchmal versehentlich eingesperrt. Wenn deine Katze vermisst wird, bitte Nachbarn, in Schuppen und Kellern nachzusehen.
  • Regelmäßig kontrollieren: Untersuche deinen Freigänger regelmäßig auf Zecken, Wunden und Abszesse, besonders nach Kämpfen.

Wenn die Katze nicht nach Hause kommt

Viele Katzen bleiben gelegentlich länger weg, als man es gewohnt ist. Wenn deine Katze aber deutlich länger ausbleibt als sonst:

  • Suche zuerst in der näheren Umgebung, in Kellern, Garagen und Gartenhäusern, und ruf sie mit ihrem gewohnten Signal, besonders abends, wenn es ruhig ist.
  • Melde sie als vermisst bei dem Haustierregister, bei dem sie registriert ist.
  • Informiere Tierheime, Tierarztpraxen und Tierkliniken in der Umgebung.
  • Hänge Suchplakate mit Foto auf und frage Nachbarn.
  • Stelle etwas mit deinem Geruch, etwa ein getragenes Kleidungsstück, und ihre Toilette vor die Tür.

Häufige Fragen

Kann ich einer Wohnungskatze nachträglich Freigang ermöglichen?

Ja, wenn die Voraussetzungen stimmen. Erwachsene Katzen, die nie draußen waren, sind oft vorsichtig und brauchen mehr Zeit. Begleite die ersten Ausflüge besonders aufmerksam.

Ist ein Glöckchen am Halsband sinnvoll, um Vögel zu warnen?

Ein Glöckchen bedeutet für die Katze ständiges Geräusch direkt am Ohr. Ob es Vögel wirklich schützt, ist umstritten. Wirksamer ist, die Katze in der Brutzeit morgens und abends, wenn Vögel besonders aktiv sind, drinnen zu behalten und viel mit ihr zu spielen.

Darf ich meine Katze nach einem Umzug sofort hinauslassen?

Nein. Auch nach einem Umzug braucht deine Katze mindestens vier bis sechs Wochen, um die neue Wohnung als Zuhause kennenzulernen, bevor sie hinausdarf.

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