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ZAVIKZarte Vierbeiner, kluge Katzenpflege

Krallen schneiden bei Katzen: Wann es nötig ist und wie es sicher gelingt

Viele Katzen brauchen keine Krallenpflege, Senioren und Wohnungskatzen oft schon. Woran du zu lange Krallen erkennst und wie du sie sicher und stressfrei kürzt.

Katzenkrallen sind erstaunliche Werkzeuge. Sie sind einziehbar, damit sie beim Laufen nicht abgenutzt werden, scharf genug zum Klettern und Festhalten der Beute und wachsen in Schichten nach, die sich beim Kratzen ablösen. Bei den meisten Katzen hält sich die Länge der Krallen durch Kratzen, Klettern und Laufen von selbst in Grenzen.

Es gibt aber Katzen, deren Krallen zu lang werden: Wohnungskatzen mit wenig Kratzmöglichkeiten, ältere Katzen, die weniger kratzen und deren Krallen dicker werden, und Katzen mit zusätzlichen Zehen. Zu lange Krallen können sich verhaken, beim Laufen auf glatten Böden klackern, abbrechen oder sogar in den Ballen einwachsen. Dieser Ratgeber zeigt, wie du erkennst, ob Krallenpflege nötig ist, und wie du sie sicher durchführst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Katzen brauchen keine Krallenpflege. Schneide nur, wenn die Krallen wirklich zu lang sind.
  • Besonders gefährdet sind ältere Katzen und die Daumenkrallen, die beim Kratzen nicht abgenutzt werden.
  • Schneide nur die durchsichtige Spitze ab, nie das rosafarbene „Leben“ mit Blutgefäßen und Nerven.
  • Verwende eine scharfe Krallenschere für Katzen, keine Nagelschere für Menschen.
  • Wenn du unsicher bist, lass es dir in der Tierarztpraxis zeigen.

Brauchen Katzen Krallenpflege?

Bei jungen, gesunden Freigängern und bei Wohnungskatzen mit guten Kratzmöglichkeiten ist Krallenschneiden meist überflüssig. Die Krallen werden beim Kratzen gepflegt, und die äußere Hülle löst sich regelmäßig ab.

Nötig kann die Pflege sein bei:

  • älteren Katzen: Mit dem Alter werden die Krallen dicker und spröder, die Katze kratzt weniger, und die Krallen können sich nicht mehr richtig einziehen.
  • Wohnungskatzen mit wenig Bewegung
  • den Daumenkrallen: Die Kralle an der Innenseite der Vorderpfote, der sogenannte Daumen oder Wolfskralle, berührt beim Laufen und Kratzen kaum etwas und wird deshalb kaum abgenutzt. Sie wächst bei manchen Katzen im Bogen in den Ballen.
  • Katzen mit zusätzlichen Zehen, sogenannten Polydaktylen, deren zusätzliche Krallen oft ungünstig stehen.
  • Katzen mit Arthrose oder anderen Erkrankungen, die weniger kratzen.

Woran du zu lange Krallen erkennst

  • Die Krallen klackern auf Fliesen oder Parkett.
  • Die Katze bleibt mit den Krallen an Teppichen, Decken oder Kleidung hängen.
  • Die Krallen ragen sichtbar über das Fell hinaus, auch wenn die Katze entspannt ist.
  • Eine Kralle ist stark gekrümmt und nähert sich dem Ballen.
  • Die Katze leckt auffällig an einer Pfote oder humpelt.

Wenn eine Kralle bereits in den Ballen eingewachsen ist, ist die Stelle oft entzündet und schmerzhaft. Dann solltest du nicht selbst schneiden, sondern die Tierarztpraxis aufsuchen.

Der Aufbau der Kralle

Bevor du schneidest, solltest du wissen, wie eine Katzenkralle aufgebaut ist. Wenn du die Pfote sanft drückst, fährt die Kralle aus. Bei hellen Krallen siehst du darin einen rosafarbenen Bereich, der vom Zeh ausgeht. Das ist das „Leben“, ein Gewebe mit Blutgefäßen und Nerven. Wird es verletzt, blutet es und tut weh.

Geschnitten wird nur die durchsichtige, harte Spitze vor dem rosafarbenen Bereich. Halte dabei einen Sicherheitsabstand von etwa zwei Millimetern zum Leben ein. Bei dunklen Krallen ist das Leben schwer zu sehen. Schneide dann nur sehr kleine Stücke der Spitze ab, lieber zu wenig als zu viel.

Das richtige Werkzeug

  • Krallenschere für Katzen: Es gibt kleine Scheren mit gebogenen Klingen oder Zangen mit einer Aussparung für die Kralle. Wichtig ist, dass sie scharf sind. Stumpfe Scheren quetschen die Kralle, was unangenehm ist und sie splittern lässt.
  • Keine Nagelschere für Menschen: Sie ist nicht für die runde Form von Katzenkrallen gemacht und quetscht leicht.
  • Blutstillendes Pulver oder Watte: Für den Fall, dass du doch einmal das Leben triffst.
  • Gutes Licht und Leckerli zur Belohnung.

So gewöhnst du deine Katze an die Krallenpflege

Die meisten Katzen mögen es nicht, an den Pfoten angefasst zu werden. Deshalb lohnt es sich, die Krallenpflege in kleinen Schritten zu üben, lange bevor sie nötig ist.

  1. Pfoten berühren: Berühre beim Streicheln immer wieder kurz die Pfoten deiner Katze, wenn sie entspannt ist. Belohne sie.
  2. Pfote halten: Halte die Pfote für ein paar Sekunden locker in der Hand. Belohnen.
  3. Krallen ausfahren: Drücke sanft auf den Ballen, sodass eine Kralle ausfährt, und lass wieder los. Belohnen.
  4. Schere zeigen: Lass deine Katze die Krallenschere beschnuppern. Halte sie in der Nähe der Pfote, ohne zu schneiden. Belohnen.
  5. Eine Kralle schneiden: Schneide die Spitze einer einzigen Kralle und belohne sofort. Mehr muss es am Anfang nicht sein.

Viele Katzen lassen sich mit dieser Methode nach einigen Wochen ruhig die Krallen schneiden. Es ist völlig in Ordnung, an einem Tag nur zwei oder drei Krallen zu kürzen und den Rest am nächsten Tag.

Schritt für Schritt: Krallen schneiden

  1. Ruhigen Moment wählen: Am besten, wenn die Katze schläfrig ist, etwa auf deinem Schoß.
  2. Die Katze halten: Nimm sie auf den Schoß, mit dem Rücken zu dir, oder lass sie neben dir auf einer stabilen Unterlage liegen. Manche Katzen sind ruhiger, wenn eine zweite Person sie sanft hält und streichelt.
  3. Pfote nehmen und Kralle ausfahren: Drücke mit Daumen und Zeigefinger sanft auf den Ballen und die Oberseite des Zehs.
  4. Schneiden: Setze die Schere quer zur Kralle an, vor dem rosafarbenen Bereich, und schneide mit einer zügigen Bewegung die Spitze ab.
  5. Daumenkralle nicht vergessen: Sie sitzt etwas höher an der Innenseite der Vorderpfote.
  6. Hinterpfoten: Die Krallen an den Hinterpfoten nutzen sich meist besser ab und müssen seltener geschnitten werden.
  7. Belohnen: Nach jeder Kralle oder jeder Pfote gibt es ein Leckerli.

Brich ab, wenn die Katze sich wehrt. Eine kurze, angenehme Erfahrung ist wichtiger als vollständig geschnittene Krallen.

Wenn es blutet

Wenn du versehentlich das Leben triffst, blutet die Kralle. Bleib ruhig. Drücke etwas blutstillendes Pulver, Maisstärke oder eine saubere Watte auf die Krallenspitze, bis die Blutung aufhört, meist nach wenigen Minuten. Beende die Pflege für diesen Tag und gib deiner Katze eine besonders gute Belohnung. Hört die Blutung nicht auf, ruf die Tierarztpraxis an.

Wie oft?

Das ist sehr unterschiedlich. Bei Katzen, die Krallenpflege brauchen, reicht es oft, alle zwei bis sechs Wochen nachzuschauen. Ältere Katzen brauchen häufiger Aufmerksamkeit, besonders an den Daumenkrallen. Kontrolliere die Krallen bei der regelmäßigen Fellpflege.

Was du nicht tun solltest

  • Krallen entfernen lassen: Die chirurgische Entfernung der Krallen, bei der das letzte Zehenglied amputiert wird, ist in Deutschland nach dem Tierschutzgesetz verboten und für Katzen schmerzhaft und schädlich.
  • Krallen sehr kurz schneiden, um Kratzen zu verhindern: Das nimmt der Katze die Möglichkeit zu klettern und sich festzuhalten, und es löst das Kratzproblem nicht. Kratzen ist ein Bedürfnis, das gute Kratzmöglichkeiten braucht.
  • Freigängern die Krallen kürzen: Sie brauchen ihre Krallen zum Klettern, zur Flucht und zur Verteidigung.

Hilfe in der Praxis

Wenn deine Katze sich nicht anfassen lässt, du unsicher bist oder die Krallen sehr dick und eingewachsen sind, lass die Krallen in der Tierarztpraxis schneiden. Viele Praxen machen das bei der Vorsorgeuntersuchung nebenbei und zeigen dir dabei, wie es geht.

Häufige Fragen

Meine Katze hat lose, hohle Krallen verloren. Ist das normal?

Ja. Das sind die alten äußeren Hüllen, die sich beim Kratzen ablösen. Darunter ist bereits eine neue Kralle gewachsen.

Kann ich die Krallen mit einer Feile kürzen?

Manche Halter feilen die Spitzen leicht nach dem Schneiden, um scharfe Kanten zu glätten. Die meisten Katzen mögen das Feilen aber weniger als einen schnellen Schnitt.

Meine ältere Katze hat sehr dicke Krallen. Ist das bedenklich?

Dicke, spröde Krallen sind bei älteren Katzen häufig. Wenn sie sich nicht mehr einziehen lassen oder sich stark verändern, sprich mit deiner Tierärztin, denn manchmal stecken Erkrankungen der Krallen oder der Schilddrüse dahinter.

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